09.-12. September 2026, Schönburg
Die Werkstatt leiten:
Dr. Marina Silenzi (Universität Basel)
Prof. Dr. Markus Wild (Universität Basel)
Nietzsches Genealogie wird oft als eine vorwiegend kritische Methode verstanden. Sie entlarvt und dekonstruiert Begriffe und Werte, deren historische Verfestigung negative Folgen zeitigt, die sich mit Schlagworten wie „Sklavenmoral“, „Lebensfeindlichkeit“ oder „Nihilismus“ beschreiben lassen. Gleichzeitig eröffnet ein genealogischer Ansatz die Möglichkeit einer positiven Genealogie. Diese untersucht, wie sich soziale und begriffliche Praktiken rechtfertigen lassen und welche Funktionen sie erfüllen. In beiden Fällen – sowohl in der kritischen als auch in der rechtfertigenden Genealogie – sind die untersuchten Begriffe, Praktiken und Werte eng mit psychophysiologischen Phänomenen und kognitiven Funktionen verflochten. Aus dieser Perspektive nähert sich die Genealogie einem philosophischen Naturalismus, in dem Begriffe, Werte usw. in Beziehung zu leiblichen und kognitiven Funktionen betrachtet werden, beispielsweise zur Vernunft als wesentlich sozialer Fähigkeit.
Im Rahmen der Werkstatt wollen wir uns auf die Formen der genealogischen Methode sowie auf deren Verhältnis zum schillernden und umstrittenen Begriff des Naturalismus konzentrieren. Als Ausgangspunkt für die Beiträge und Diskussionen sollen die folgenden Fragen dienen: Worin besteht die genealogische Methode? Wie kann eine Genealogie sowohl zur Kritik als auch zur Rechtfertigung sozialer und begrifflicher Praktiken beitragen? Inwiefern sind diese Praktiken mit leiblichen und kognitiven Fähigkeiten verflochten? Welche Rolle spielt die Vernunft als soziale Fähigkeit in diesem Prozess? Inwieweit kann dieser Zugang als eine Form des Naturalismus betrachtet werden und inwiefern nicht?
Bitte senden Sie Ihr Abstract (300 Wörter) sowie einen kurzen Lebenslauf
bis zum 15. Mai 2026 an info@nietzsche-gesellschaft.de.
Auch Beiträge in Englisch sind herzlich willkommen!
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Teilnehmende |

Teilnehmende
Hinten von links: Osman Choque, Fabien Jégoudez, Yixue Yang, Yi-Ping Xia, Yuanyuan Wang, Corinna Schubert, Marina Silenzi, Giorgio Di Sarno, Stavros Patoussis, Béla Sammet, Moritz Pretzsch, Jenny Kellner, Cătălin Enache
Vorn von links: Ralf Eichberg, Heehyun Jung, Manuel Steiner, Martin Görgens, Jan Kerkmann, Yulius Tandyanto

Teilnehmende
Hinten von links: Neriojamil Palumbo, Aurélien Fossey, Carlotta Santini, Prudence Audié
Vorn von links: Alberto Frigo, Fabien Jégoudez, [...], Pieter De Corte, Ralf Eichberg, Martin Görgens, Manuel Steiner, Marina Silenzi
Es fehlen: Enrico Müller, Mike Rottmann

Teilnehmende
Hinten von links: Osman Choque, Rainer Adolphi, Yi-Ping Xia, Helmut Heit, Werner Heuler-Neuhaus, Tilman Williams
Vorn von links: Tszki Chow, Marina Silenzi, Yulius Tandyanto
Es fehlen: Manuel Clancett, Markus Markmeyer

Teilnehmende
Von links: Christoph König, Elisabeth Flucher, Leyla Jalili, Jann D. Benschneider, Ricardo Bazilio Dalla Vecchia, Na Schädlich, Vincenz Pieper, Ralf Eichberg
Es fehlen: Guillaume Métayer, Niels Penke, Stephan Turowski